Tipps gegen Angst und Nervosität bei der Anreise - Eine Pause in der Natur wie Palmen im Turia Park von Valencia ist ein guter Tipp, um Angst und Nervosität von Alleinreisenden bei der Anreise in Entspannung und Erholung zu verwandeln.

Die ersten drei Tage deiner Soloreise sind am schlimmsten, oder? Doch damit kannst du lernen umzugehen. Mit diesen Tipps für Alleinreisende möchte ich dir helfen, entspannter in den Urlaub zu starten – besonders, wenn Nervosität beim Reisen oder die Angst vorm Alleinreisen bei dir ein Thema sind. Darum geht’s:

Inhalt

Alleinreisen - die Angst bei der Anreise

Ich starre auf meine Wetter-App und sehe die Warnungen vor Blitzeis in der Nacht. Ich muss um 7 Uhr beim Shuttle-Parken sein. Apropos: Das teste ich auch morgen früh zum ersten Mal. Was passiert, wenn ich mich verspäte? Mein Gedankenkarussell nimmt übrigens erst richtig Fahrt auf, wenn es losgeht.

Habe ich das Fenster zugemacht? Ist das Auto abgeschlossen? Bin ich rechtzeitig am Gate? Werde ich am Ticketautomaten die richtige Fahrkarte für die U-Bahn kaufen? Und finde ich den Weg von der Bahnstation bis zum Hotel, auch wenn mein Akku leer ist?

Die Anreise ist für mich der schwierigste Teil der ersten drei Tage beim Alleinreisen. Bei jeder Reise gilt es, mein Nervensystem zu beruhigen, um meine Angst und Nervosität zu reduzieren. Gerade wer solo reist, kennt diese Unsicherheit beim Reisen.

In meinem Kopfkino läuft nämlich der schlimmste Albtraum ab. Gerade in der Nacht davor werden aus Ameisen Elefanten und meine Ausgeglichenheit verabschiedet sich. Mein Nervensystem? Ist in Alarmbereitschaft und mein Unterbewusstsein übernimmt die Kontrolle: Dann falle ich in meine schlimmsten Gewohnheiten zurück und verliere meine Impulskontrolle. Und das sieht so aus:

Am Flughafen gehe ich aus Versehen aufs Männerklo, lande danach bei McDonald’s oder anstatt in meinem Buch zu lesen, schaue ich Serien oder daddel auf dem Handy. Wieso? Weil mein Gehirn versucht, sich durch diese kurzfristigen Belohnungen sich selbst zu regulieren.

Ich bekomme kalte Füße und zu Hause bleiben klingt plötzlich so viel entspannter. Fast wie der Slow-Travel-Urlaub, den ich mir vorgestellt habe: sicher, ruhig, mit viel Raum zum Atmen.

Anreise am Flughafen Köln Bonn ist geprägt von Nervosität und Angst - besonders bei Alleinreisenden

Und jetzt? Verstehe deine Nervosität beim Reisen.

Ich weiß, da muss ich durch. Jedes Mal. Und jedes Mal ist alles gut gegangen. Im Moment, in dem ich in der Unterkunft ankomme, fällt der erste Schwung von mir ab. Ich bin erschöpft, Dabei habe ich ja nicht wirklich etwas gemacht. Doch, denn meine Nerven sind zu Workaholics geworden. Meine mentale Erschöpfung hat jetzt auch meinen Körper erreicht. Ich bin frustriert.

Erschöpfung und Erleichterung stellen sich bei Alleinreisenden beim Ankommen in der Unterkunft ein. Zeit, um das Nervensystem zu beruhigen und sich von der Reizueberflutung zu erholen.
Erleichterung und Erschöpfung stellen sich bei Alleinreisenden ein, die in der Unterkunft angekommen sind. Zeit, um das Nervensystem zu beruhigen und sich von der Reizueberflutung zu erholen.

Tipps für Alleinreisende: So kriegst du deine Angst und Nervosität besser in den Griff.

Reisevorbereitung: Damit dein Nervensystem nicht unnötig hochfährt

Bereite dich gut vor, damit du keine Angst hast, etwas zu vergessen, wenn du auf den letzten Drücker packst. Viele Ängste beim Alleinreisen haben ihren Ursprung in Stress und fehlender Vorbereitung.

(Ich habe auf meiner Islandreise einmal meine Winterjacke vergessen. Im Februar!)

Ich packe meinen Koffer nach und nach, denn so fallen mir am besten noch Dinge ein, die ich mitnehmen möchte. Eine Packliste ist dabei auch sehr hilfreich.

Achtsam reisen: Mit Ruhe in den Urlaub starten​

Nimm dir am Anreisetag Zeit, um auch die Kleinigkeiten bewusst zu erledigen. Fenster schließen, Tür abschließen, Schlüssel verstauen, die letzten Dinge einpacken.

Diese kleinen Routinen helfen deinem Nervensystem, sich zu beruhigen.

Deine Reise-Playlist - Dein Soundtrack gegen Nervosität​

Bereite dir eine Playlist vor, lege Kopfhörer raus und lade sie vorher. Bei Nervosität beim Reisen kann Musik Wunder wirken.

Selbstreflexion: Methoden gegen innere Unruhe​

Reflektiere dich vor und während der Reise und beantworte dir folgende Fragen. Schließe dazu gerne deine Augen und höre beruhigende Musik.

Vor der Reise
Wie geht es mir?
Was brauche ich jetzt? Achtsam hinzuschauen, führt zu Klarheit. Und Klarheit ist Power. Sie hilft dir, ruhig zu bleiben.

Nach der Reise
Was habe ich über mich gelernt? Was brauche ich in solchen Situationen?

Auch Akzeptanz ist Selbstfürsorge – besonders für Alleinreisende​

Vorfreude und Aufregung gehören dazu. Wieso? Du wechselst von einem routinierten Alltag in eine Zeit, in der dir genau das als Anker fehlen wird.

Diese Nervosität gehört zur Anpassungsphase deines autonomen Nervensystems, denn dein Körper checkt erst, ob der neue Ort sicher ist.

Dir fehlen Routinen, dafür bist du mehr Reizen ausgesetzt. Dieser Kontrast wirbelt dich innerlich erst einmal durcheinander. Aber das ist okay! Bei mir ist es etwas stärker als bei anderen. Es ist aber nur eine Überbrückungsphase, in der du deiner Seele Zeit geben musst, um dich an die neue Situation anzupassen. Gib dir also Zeit und übe dich in Selbstfürsorge. Es geht vorbei!

Soulfood

Welches Essen darf dich auf Reisen begleiten? Um Fressattacken und emotionales Essen zu vermeiden: Kann ich mein Lieblingsfrühstück etc. schon vorher vorbereiten? Diesmal war ich vorbereitet und musste außer dem Cappuccino am Gate nichts kaufen.

Ein stabiler Blutzuckerspiegel hilft deinem Nervensystem, nicht in Alarmbereitschaft zu springen.

Bewegungen zum Beruhigen​

Bewegung hilft deinem Körper, die Stresshormone abzubauen, die bei Nervosität ausgeschüttet werde. Und auch durch kleine Bewegungen kannst du Verspannungen lösen:

  • Schüttel dich! Arme, Beine und dann deinen gesamten Körper (mache ich gerne noch vor der Abreise Zuhause).

Beim Sitzen im Zug oder Flugzeug:

  • -Neige den Nacken sanft nach rechts und links.
  • -Schulterrollen lösen Verspannungen.
  • -Schultern ganz hoch zu den Ohren ziehen und dann fallen lassen.
  • -Greife deine Hände hinter dem Rücken und hebe dann die Arme. Hilft super gegen Verspannungen in der Schulter.
  • -Drehsitz: Sitze aufrecht, drehe den Oberkörper nach links, linker Arm liegt hinten. Mit der nächsten Ausatmung weiterdrehen, vier Atemzüge halten, dann Seite wechseln.
-Mein Faszienball begleitet mich immer. Er hilft dir sehr, gezielte Verspannungen zu lösen.

Reisestress am zweiten Tag – warum du rastlos wirst

Ist dein weiterer Tag deiner Soloreise von Unruhe und Rastlosigkeit beherrscht? Das ist meistens der Tag, an dem du versuchst, viel zu viel abzuhaken. Abhaken ist auch das Stichwort. Du bist gedanklich schon unterwegs, willst deinen Plan durchziehen und hast eine genaue Vorstellung von der Reise. Du willst entspannt, leicht und glücklich sein. Ist ja schließlich Urlaub. Genau da liegt das Problem: Du denkst zu viel und willst eigentlich spüren. Und diese Lücke will noch geschlossen werden. Dieser Druck kommt nicht von außen, sondern von deinem Bedürfnis nach Sicherheit.

Am zweiten Tag renne ich noch. Besonders jetzt in Valencia überfordern mich die Eindrücke – alles ist neu und viel zu viel. Ich lerne das Stadtleben erst kennen und nehme alles gleichzeitig wahr. Irgendwie bereue ich es kurz, diesen Urlaub gebucht zu haben. Ich will mich im Hotel verkriechen, mache ein paar Fotos und lande wieder bei McDonald’s. Im Park suche ich mir eine Bank, doch meine Gedanken rasen weiter. Ideen, was ich noch machen könnte, schießen mir durch den Kopf, der Druck, Fotos zu machen, wird größer. Stopp. Ich merke, wie ich wieder in alte Muster falle – und das frustriert mich.

Stadtleben in der Altstadt von Valencia, das am zweiten Tag beim Alleinreisen oft zu vielen Reizen und innerer Unruhe führt.
Stadtleben in der Altstadt von Valencia, das am zweiten Tag beim Alleinreisen oft zu vielen Reizen und innerer Unruhe führt.

Achtsam alleine reisen – was sich an Tag 2 wirklich zeigt

Jeder reagiert anders, wenn das Nervensystem aus dem Alltag gerissen wird. Vielleicht verkriechst du dich im Bett und verschläfst den ersten Tag. Auch gut – es ist dein Solo-Urlaub.

Oft nehmen wir den inneren Stress aus dem Alltag einfach mit in die Reise. Wir wollen leisten, funktionieren, alles „richtig“ machen. Doch jetzt ist der Moment, langsam loszulassen. 

Reisetipps gegen innere Unruhe – was mir hilft

Es geht darum, nicht nur das Außen, sondern vor allem das Innere wahrzunehmen. Lebe mit der Unruhe und den unbequemen Gedanken. Es ist dein Nervensystem, das sich gerade anpasst. Und es ist nichts Falsches daran. Es bleibt nicht so, wenn du dich entscheidest, es anzunehmen, statt es zu verdrängen. Ich suche mir dafür kleine Ruheoasen wie Parks. In Valencia kannst du auch super im Naturpark Albufeira entschleunigen – Meer und Natur hast du dort reichlich.

Gönn dir die Zeit, an diesem neuen Ort anzukommen – auch innerlich. Wer entspannt alleine reisen möchte, braucht diese Eingewöhnungsphase.

Deshalb bleibe ich gerne länger an einem Ort. Alle drei Tage umzuziehen wäre für mich zu viel. Hallo Hochsensibilität – ich nehme Reize intensiver wahr, und das kostet Energie.

Tipps für Alleinreisende: Im Park findet man Zeit und Ruhe zur Selbstreflexion und beruhigt damit sein Nervensystem.
Tipps für Alleinreisende: Im Park findet man Zeit und Ruhe zur Selbstreflexion und beruhigt damit sein Nervensystem.
Alleinreisende benötigen besonders in den ersten Tagen Zeit für erholsame, ruhige Momente und Selbstfürsorge. Tipp: Entschleunigen funktioniert besonders gut in der Natur.

Slow Travel: Warum ab Tag 3 alles leichter wird

Und was ist an Tag 3? Von einer Urlaubsgewohnheit bist du noch weit entfernt, besonders bei einer Städtereise (An der Nordsee wäre ich jetzt schon innerlich angekommen).

Du merkst: Wow, du hast genug Zeit, um alles zu sehen. Du spürst in dich hinein und entscheidest, worauf du heute Lust hast, anstatt einem Plan zu folgen, den du zu Hause in deiner Komfortzone geschrieben hast. Deine Angst ist verflogen, deine Nervosität begleitet dich noch etwas. Du siehst hin, nimmst wahr, achtsam. Du gibst dir Raum, um nicht nur deine neue Umgebung, sondern auch dich selbst kennenzulernen. Meine Anker bleiben achtsame Routinen wie Bewegung, gutes Essen und Journaling. Auch Fotografieren ist für mich eine Art Meditation: es hilft mir dabei mich zu konzentrieren und meine Gedanken können nicht wandern, weil ich auf dem Moment fokussiert bin.

Slow Travel beruhigt dein Nervensystem und schafft echte Erholung und Entschleunigung.

Und hier lernst du Selbstfürsorge in deinem Urlaub kennen. Du nimmst dir Zeit für ein gutes Essen. Lange Pausen. Du erlaubst dir, entspannt zu gehen. Zu schlendern. Du darfst lange schlafen. Du sitzt lange beim Frühstück. Vielleicht ist dein Start auch erst um 11 Uhr, weil du nach dem Frühstück Lust hattest zu lesen?

Vielleicht sind es diese Erkenntnisse, die du mit nach Hause nimmst und die deinen Alltag verändern – hin zum Guten. Erlaube dir, du selbst zu sein. Und das, was dir wirklich gut tut. Wie das aussieht, merkt man oft auch auf Reisen.

Alleinreisende benötigen besonders in den ersten Tagen Zeit für erholsame, ruhige Momente und Selbstfürsorge. Tipp: Entschleunigen funktioniert besonders gut am Strand und Meer
Alleinreisende nach den ersten Tage der schwierigen Eingewöhnung. Von Nervosität und Angst zu Entspannung und Leichtigkeit.

Tschüss Angst - Hallo Entspannung

Jetzt sitze ich an Tag 6 im Bett und schreibe diesen Blogeintrag. Etwas, das in den Tagen zuvor nicht möglich war. Ich weiß, ich musste erst einmal die Angst udn Nervosität hinter mir lassen. Es war ein Urlaub, der mich wieder aus meiner Komfortzone geholt hat. Heute geht es übrigens noch in den Zoo, bevor ich dann zum Flughafen fahre. 

Und ich weiß, dass ich den Tag noch genießen kann, ohne Katastrophengedanken und Kontrolle, sondern mit einer vertrauten Gelassenheit, die mich in meinem Leben zu Hause begleiten wird. Die Ruhe, die ich jetzt fühle, nehme ich mit nach Hause. Und das liebe ich so am Alleinreisen: Jedes Mal lernst du dazu.

Ich hoffe, dass ich mir mit meinen Tipps für Alleinreisende etwas die Angst und Nervosität nicht nur nehmen, sondern auch erklären konnte.

Wie immer gilt, wenn du du noch Fragen hast, höre ich sehr gerne von dir!  Schreibs mir gerne in die Kommentare oder melde dich direkt bei mir hallo(at)eva-backes.de.

LG, Eva

Porträtbild Reiseheldin Eva Backes

Hi, ich bin Eva und Fotografin und leidenschaftliche Alleinreisende aus Gummersbach im bergischen Land und fange auf meinen Reisen die Schönheit der Natur in Postern ein.
In meinem Slow-Travel Blog gebe ich Tipps für allein reisende Frauen wie dich, die ihre Reiseträume verwirklichen wollen. Reise mit mir zu den schönsten Orten dieser Welt und befreie dich von der alltäglichen Hektik. Entspannte Reiseziele inmitten der Natur abseits der bekannten Hotspots. Inklusive unkomplizierten Fotoanleitungen, Ausflugsideen und Unterkunft-Tipps speziell für Ruhesuchende.

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