Island im Winter alleine zu bereisen war für mich durchweg eine positive Erfahrung und die habe ich den wunderbaren Menschen dort zu verdanken. Nur meine Anreise, naja die war etwas holprig:
Kennst du das Gefühl, wenn dich urplötzlich und aus dem Nichts eine Erkenntnis wie ein Stromschlag trifft? Genauso ging es mir auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt in meinen Winterurlaub nach Island Denn nach über einer Stunde fahrt fiel mein angespannter Blick auf die Rücksitzbank.
Um zu erkennen, dass ich meine Winterjacke vergessen hatte.
Das war der Start meiner Soloreise und führte dazu, dass ich ohne warme Jacke in den Winter gefahren bin. Glücklicherweise hat mich der Fahrer vom Airport-Shuttle direkt an meiner Unterkunft angesetzt.
Und hier hat Island und seine Menschen schon mein Herz erobert.
Island als Alleinreisende im Winter – das sollte klappen.
Und das Gute an der ganzen Geschichte war: Ich habe dabei drei Dinge über Island gelernt
- Erstens: Mit meiner ursprünglichen Winterjacke hätte ich diesen Urlaub nicht frostbeulenfrei überlebt. Denn Island im Winter ist wirklich eisig, eisig und ja eisig.
- Zweitens: Island ist sehr teuer und ich hatte das Glück, dass ich vom aktuellen Sale profitieren konnte
- Drittens wechselt das Wetter auf Island sehr häufig. Ungefähr alle fünf Minuten. Als ich am nächsten Tag loszog, um eine neue Jacke zu kaufen, ging ich zu Fuß. Es war trocken und der Himmel sah gut aus. Pustekuchen! Nach fünf Minuten trafen mich die größten Hagelkörner, die ich je erlebt habe, und ich war dankbar, in den Bus flüchten zu können.
Kurz und gut: Ich habe auf jeden Fall meine Winterjacke gefunden und sie begleitet mich bis heute durch jede Kältewelle.
Glücklich gekauft und warm eingepackt konnte meine Winter-Reise in Island nun endlich starten. Nur um zu merken, dass ich meine Speicherkarte der Kamera ebenfalls vergessen habe.
Tollpatsch auf Reisen.
Versprochen, das wars dann auch mit den Vergesslichkeiten. Auf dieser Reise zumindest (Spoileralarm).
Reykjavik im Winter entdecken
Los geht´s mit einer Runde durch Reykjavik. Und ich empfehle dir, dies nicht alleine zu machen. Für einen ersten Überblick nehme zum Beispiel an der Free Walking Tour teil.
So bekommst du einen super Überblick über die Stadt, erhältst Tipps für Restaurants und Ausflüge. Zusätzlich kommst du mit anderen Reisenden ins Gespräch, mit denen du dich austauschen kannst. Als Foto-Fan ist dies übrigens auch eine super Möglichkeit, um passende Foto-Locations zu finden.
So habe ich in den nächsten Tagen Reykjavik nochmal gemütlich mit Kamera in meinem eigenen Tempo besucht.
Foto-Spots in Reykjavik:
Harpa Konzerthalle
Die Architektur der Konzerthalle ist einzigartig. Besonders die Fassade verwandelt sich im Dunkeln zu einem Schauspiel, inspiriert von den Nordlichtern. Auch die Innen-Architektur bietet viel Raum, um sich fotografisch auszutoben. Der Vorteil im Winter: Es wird früh dunkel und du musst nicht lange ausharren:
Solfar Skulptur
Die Solfar Skulptur befindet sich an der Promenade „Saebraut“ von Reykjavik und heißt übersetzt „Sonnenfahrt“. Es lohnt sich hier zu den unterschiedlichsten Tageszeiten vorbei zu kommen, denn abhängig von den Lichtverhältnissen erstrahlt die Skulptur in den unterschiedlichsten Farben.
Hallgrims Kirche
Die Hallgrimskirche dominiert das Stadtbild von Reykjavik. Erbaut auf einem Hügel, ist Sie nicht zu übersehen. Auf jeden Fall solltest du einen Blick auf die Stadt von ihrer Aussichtsplattform werfen.
Rathaus
Das moderne Gebäude liegt direkt am Tjörnin See im Zentrum der Stadt und macht es damit zu einem sehr fotogenen Foto-Spot. Besonders zum Sonnenuntergang kannst du an einem sonnigen Tag Farbe ins Bild bringen. Ich habe hier mit der Belichtungszeit gespielt. Achtung: Stativ ist hier Pflicht, sonst verwackelt dein Bild.
Laugardalslaug Schwimmbad
Per Zufall ist das Schwimmbad zum winterlichen Foto-Spot geworden. Da sich meine Unterkunft neben dem größten Schwimmbad von Island befand, ging mein Heimweg immer dort vorbei. Mit den Lichtern der Laterne und den Wassertropfen auf meiner Linse habe ich das Schwimmbad so für mich festgehalten. Du solltest es auch unbedingt besuchen! Hier habe ich entspannte Stunden im heißen Außenpool verbracht während mich von oben die Schneeflocken berieselt haben. Herrlich!
Elliðaárdalur Park
Meine Reise nach Island hat mich darin bestätigt, langsamer zu reisen und einfach mal länger an einem Ort zu bleiben. Ansonsten hätte ich diesen wunderschönen Park nicht besucht. Nach einer heftigen Schnee-Nacht (mit einer Unwetter-Warnung für das gesamte Land), erwachte Reykjavik in einem Wintertraum. Die Leute waren den gesamten Tag damit beschäftigt, ihre Autos vom Schnee zu befreien. Sogar Busse fuhren nicht. Deshalb bin ich ca. eine Stunde zu Fuß durch den Schnee zum Elliðaárdalur Park gewandert. Das Winterwunderland von Reykjavik solltest du dir nicht entgehen lassen:
Der Humor der Isländer
Halte während deiner Streifzüge durch die Stadt unbedingt die Augen nach den kleinen Zeichen und Hinweisen auf. Plakate, Aufkleber und Graffiti, die dich zum schmunzeln bringen und den tollen Humor der Isländer zeigen. Sie eigen sich ideal, um dein Foto-Album aufzulockern und etwas Island-Humor mit nach Hause zu nehmen:
Entlang an Reykjaviks Promenade
Das Gefühl, genug Zeit zu haben. Zeit zum Trödeln und Genießen. Das ist für mich einfach das Wichtigste am Alleinreisen Reykjavik kannst du innerhalb eines Tages besuchen, das stimmt. Ich hatte mir jedoch vier Tage für diese Stadt Zeit gelassen und hatte so auch die Möglichkeit, Gegenden zu besuchen, die außerhalb des Zentrum liegen. Island als Alleinreisende im Winter bietet dir wenig Möglichkeiten unabhängig das Land zu erkunden. Die Busse fahren eigentlich kaum und ich würde dir nicht empfehlen, ein Auto zu mieten. Gleich dazu mehr) Deshalb ist Reykjavik ideal, um dieses auf eigene Faust zu erkunden und das Island-Flair kennenzulernen.
Gehe einfach mal einen Schritt weiter. So sind auch diese Bilder entstanden. Gehst du an der Promenade „Saebraut“ entlang raus aus der Stadt, kannst du diese Landschaften genießen. Ich war hier auch gerne zum Sonnenuntergang.
Fotospots entlang der Südküste – geführte 3 Tages Tour zu Gletschern, Eishöhlen und Wasserfällen im isländischen Winter
Während meiner Woche in Reykjavik war klar, dass ich auch raus wollte. In die Weite, in die raue Natur von Island.
Ich habe mich deshalb für eine geführte 4-tägige Tour in einer kleinen Gruppe entschieden anstatt Island alleine zu bereisen. Dies hat mich auch darin bestätigt, im Winter alleine kein Auto zu mieten. Schon kurz außerhalb von Reykjavik schlug das Wetter um und wir fuhren an einigen Autos vorbei, die vom isländischen Wetter überrascht wurden und im Graben lagen.
In meinem Kleinbus war ich sehr dankbar dafür, die Landschaft zu genießen und mich nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren zu müssen.
Die Tour habe ich über getyouguide.com gebucht und beinhaltete die Tour inklusive zwei Übernachtungen.
Un die Landschaft hat mich nicht enttäuscht.
Das Zusammenspiel von Licht, der wilden Natur und dieser Weite ist atemberaubend und absolut eine Reise wert!
Sieh selbst:
Road-Trip Fieber. Die Landschaft von Island ändert sich hinter jeder Kurve, wie auch das Wetter. Das bleibt nämlich selten an einem Tag gleich. Wenn du Wasserfälle magst, kommst du mit der Südküsten- Tour auf deine Kosten. Zusätzlich besuchst du hier außerdem Gletscher, einzigartige Strände und die berühmte blaue Eishöhle:
Unterkunft in Reykjavik
Island als Alleinreisende wird sehr teuer werden. Wenn du trotzdem wie ich auf kein Einzelzimmer verzichten willst, kann ich die das Dalur HI Hostel empfehlen. Es ist Teil des internationalen Jugendherbergs-Verbandes und liegt ca. 20 Minuten Fußweg außerhalb des Zentrum. Wenn du ein ruhige Unterkunft suchst, bist du hier genau richtig. Das Hostel liegt direkt am Rande eines Parks und in der anderen Richtung bist du in 10 Minuten am Wasser. Für die Entspannung zwischendurch liegt das größte Schwimmbad direkt nebenan.
Die Küche des Hostels habe ich sehr schätzen gelernt, da Essen gehen auf Island sehr teuer ist. Nimm dir am besten Nudeln, Kaffee etc. von Zuhause mit. Egal, welche Unterkunft du wählst, achte darauf, eine Kochgelegenheit zur Verfügung zu haben.
Jetzt wünsche ich dir viel Spaß bei der Planung deiner Island -Reise. Solltest du Fragen haben, poste sie gerne in die Kommentare, damit von der Antwort auch alle anderen profitieren können.
PS: Winterjacke und Speicherkarten nicht vergessen
Liebe Grüße, Eva


